Jahresbericht 2021

Iropé-Weihnachtspost vom Dezember 2021

 

Ein turbulentes Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Dies wollen wir wieder zum Anlass nehmen, um über die Lebenssituation der Menschen in Argentinien und über Iropé e.V. zu berichten. Ihre finanzielle Unterstützung ist die Grundlage unserer Arbeit. Dafür ein herzliches Dankeschön Ihnen!

 

Dieses Jahr war auch in Argentinien durch die Corona-Pandemie geprägt. Sie wirkte sich stark auf die ökonomische Situation der Bevölkerung aus. Momentan lebt die Hälfte der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. In den Wintermonaten - also in unseren Sommermonaten - waren die Zahlen der Corona-Infektionen in Argentinien sehr hoch. Nun, im argentinischen Sommer, entspannt sich die Lage wieder etwas. Viele Argentinier - auch Kinder und Jugendliche - sind bereits geimpft. Impfaktionen wurden auch dezentral in kleinen Ortschaften durchgeführt, wie es auch in Las Cuevas der Fall war.  Corona hinterließ selbstverständlich auch im Leben der Kinder und Jugendlichen Spuren. Die ersten Schulwochen waren geprägt durch Distanzunterricht, dann folgte - ähnlich wie in Deutschland - Wechselunterricht und nun ist in Argentinien seit einigen Monaten wieder Präsenzunterricht möglich.

 

In diesem Jahr unterstützten wir insgesamt 13 junge Menschen in ihrer Berufsausbildung bzw. ihrem Studium. Die veränderte Situation an den Ausbildungsstellen und Universitäten erforderte auch für unsere Studenten eine große Flexibilität. Um z.B. an Online-Seminaren und -Vorlesungen teilnehmen zu können, benötigte jeder Studierende einen eigenen Computer. Aus diesem Grund besorgte Iropé e.V. für  3 junge Erwachsene ein Computer, der ihnen zur Zeit der Pandemie zur Verfügung gestellt wird. Sie freuten sich sehr darüber, ihr Studium fortzusetzen zu können. Bedingt durch die Corona-Pandemie war es dieses Jahr auch schwieriger, eine Praktikumsstelle oder einen Platz zu bekommen, um Prüfungen nachzuholen. So können einige Studierende ihr Studium voraussichtlich erst im kommenden Jahr beenden.

 

Eine willkommene Abwechslung zum Corona-Alltag stellten die von Iropé e.V. organisierten Kurse dar. Zwei Gartenprojekte - angegliedert an Schulen - konnten im Freien angeboten werden. Großen Anklang fand ebenso eine Fußball-AG. Diese wurde von zwei Vätern organisiert und fand dreimal wöchentlich statt. Es nahmen sowohl begeisterte Fußballer wie auch Fußballerinnen teil.

 

Unsere argentinischen Mitarbeiterinnen berichteten auch über einen erfreulichen gesellschaftlichen Wandel in Argentinien. Durch Protestaktionen der Frauen im ganzen Land hat sich das Bewusstsein gegenüber Gewalt an Frauen verändert. Auch in der ländlichen Bevölkerung ist der Wandel sichtbar, wie z.B. bei einer unserer Studentinnen aus Las Cuevas, die sich von ihrem gewalttätigen Mann trennte. Sie lebt nun allein mit ihren beiden Kindern und führt zu unserer Freude ihr Lehramtsstudium fort.  

 

Um die Rechte der ländlichen Bevölkerung zu fördern, wird seit Neuem eine Rechtsberatung in Las Cuevas angeboten. Einmal monatlich kommen Rechtsanwälte nach Las Cuevas. Sie beraten z.B. bei häuslicher Gewalt oder Missbrauchsdelikten und unterstützen die betroffenen Personen bei möglichen rechtlichen Konsequenzen.

 

Insgesamt betrachtet blicken wir trotz der Corona-Pandemie auf ein gelungenes Vereinsjahr zurück. Wir freuen uns sehr darüber, dass der Großteil der von Iropé e.V. geförderten jungen Erwachsenen gut durch dieses Jahr gekommen ist und momentan optimistisch in die Zukunft blickt. Durch Ihre kontinuierliche Unterstützung ermöglichen Sie diesen jungen Menschen aus Las Cuevas, ihr Leben selbstständig in die Hand zu nehmen und langfristig auf eigenen Beinen zu stehen. Dafür danken wir Ihnen von Herzen!

 

Wir wünschen Ihnen, Ihren Familien und Freunden ein erholsames, friedliches Weihnachtsfest und das Beste im neuen Jahr 2022!